Die Laufschule für Blinde und Sehbehinderte feierte am Samstag ihr fünfjähriges Bestehen. Grund genug dafür, um diesen Tag mit über 40 Gästen in der Arche in Worbis gemeinsam zu begehen. Es war 14 Uhr, der Schauplatz festlich in Szene gesetzt, das Kuchenbuffett reichlich gedeckt und die Sonne sollte an diesem Tag nicht nur vom Himmel scheinen.

Es war also angerichtet – die liebevoll gestaltete Einladung ließ bereits im Vorfeld erahnen, das dieser Tag für alle ein ganz besonderer werden sollte. Um es vorwegzunehmen, es war ein Höhepunkt für jeden Einzelnen, die persönlichen Erwartungen wurden weit übertroffen und die eigene Neugier recht schnell gestillt…
Spannende Programmpunkte sorgten zwischen den kulinarischen Sahnestücken und dem abendlichen Grillbuffet für rege Abwechslung und stetige Kurzweil.

So sprach der sehbehinderte Steffen Klitschka in beindruckender Art und Weise über seine Teilnahme an dem Marathon über die Chinesische Mauer im Jahr 2009.
Ein sinnlicher Genuss der Extraklasse war sicher nicht nur für mich die perfekte Inszenierung der Blindschleichenhymne. Hatten sich doch alle musikalisch Mitwirkenden so auf diesen Augenblick gefreut. Das war eine emotionale Darbietung vom Allerfeinsten. Text und Melodie legten sich da bei so manchem Zuhörer als Gänsehaut nieder und ließ es für alle zu einem unvergessenen Ohrwurm werden.
Der Film über die Teilnahme einer Blindenstaffel am Rennsteigstaffellauf im Jahr 2017 versetzte das Publikum in großes Erstaunen und zeigte eindrucksvoll wie man unter Gleichgesinnten mit der richtigen Einstellung Berge versetzten kann. Ganz großer Sport!
Die abendliche Gesprächsrunde mit dem mehrfachen kenianischen Paralympicssieger Henry Wanyoike wurde symbolisch mit der kenianischen Naionalhymne eingeläutet. Es sollte ein Beweis von Respekt und Achtung vor diesem Ausnahmesportler sein, welches auch vorzüglich gelang.
Sichtlich gerührt stellte sich Henry anschließend in großer Manier allen Fragen und zog alle Gäste in seinen Bann indem er uns privat und sportlich einen tiefen Einblick in sein so abwechslungsreiches Leben gewährte.

Und zwischendurch blieb immer wieder genügend Zeit um sich zu unterhalten, Zeit um zuzuhören, Zeit die oft so knapp und doch so wichtig ist. Zeit, die an diesem Tag aber jeder so ausreichend als Mitbringsel dabei hatte. Ein großes Geschenk, welches sich alle sehnlichst gewünscht hatten, konnte so ständig den Besitzer wechseln.

Es war sowieso ein Tag der großer Gesten, keiner hatte etwas versprochen, doch gehalten wurde alles!
Die Verbundenheit unter den Anwesenden war sehr groß, niemand wurde allein gelassen und einer war für den anderen da!
Es war ein gemeinsames Geben und Nehmen auf einem menschlich sehr hohem Niveau – beeindruckend, authentisch und waschecht!

Fleißige Helferhände, in Personen von wertvollen freiwilligen Unterstützern und verlässlichen Vereinsmitgliedern ließen es sich nicht nehmen ihren eigenen Beitrag zum Gelingen dieser Veranstaltung in einem großen Stil zu leisten. Es war für jeden Helfer eine Selbstverständlichkeit und Genugtuung zugleich sich hier einzubringen um sichtbar zu machen, was einem selbst dieser Tag bedeutete.

Ein ganzes dickes Lob haben sich an dieser Stelle Ines, Anja und Manuela verdient. Sie waren unermüdlich mit großer Umsicht im Einsatz und die Garanten dafür, das alles so reibungslos geklappt hat. Vielen Dank!
Nichts wurde dem Zufall überlassen und es erfüllte einen Jeden mit Stolz hier ein Tei des Ganzen gewesen zu sein.
Man schuf so fast unbemerkt viele tolle Momente und seltene Augenblicke, welche den Gästen noch lange in Erinnerung bleiben werden!
Abschließend stellt sich da für mich die eigentlich unnötige Frage “ Geht es im Sport wirklich nur um die Jagd nach Siegen und Rekorden?“
Weiß Gott nicht! Schaute man am Samstag in die vielen strahlenden Gesichter der Anwesenden, so muß ich sagen
„Nein, es geht im Sport in der Tat um soviel mehr!“
Diese Erkenntnis fällt mir sehr leicht und ich kann meinen Dank nur an Juliana richten, wie sie aus einer anfänglichen Idee den Mut fasste mit uns gemeinsam mehr daraus zu machen. Ich glaube das ihre Erwartungen an diesen Tag mehr als übertroffen wurden und wir zusammen stolz auf das Geleistete sein können!
Ein großes Dankeschön an alle, ja an alle die sich hier in irgendeiner Art und Weise eingebracht haben!
Es war eine tolle Werbung für den gesamten Verein und alle Gäste haben gemerkt welche Botschaft wir in unseren Herzen trugen!
Ich kann für mich persönlich behaupten – sehr gerne wieder! Stephan

Ein Tag wie ein Freund…oder an Tagen wie diesen

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